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Los lebe liebe Story lebe

Wenn Sie sich fragen, wie Themen digital lebendig werden, sollten wir uns die Menschen ansehen, die in ihr digitales Werk viel Zeit und Liebe investieren. 

Manche Food-Blogger schaffen es mit einem Foto aus nicht gerade Backbegeisterten, Personen zu machen die übers Wochenende nur ein Ziel haben: die abgebildete Teig-Herrlichkeit zum Leben zu erwecken, um sie dann genussvoll mit einer auserwählten Meute zu vernichten. Manchmal bleibt es tatsächlich nur ein Vorhaben oder das Kalorien-Engelchen hat den Kampf gewonnen. Wird der innere Kampf zum Krieg, hat der Blogger vieles richtig gemacht. Sichtbar wird dies, wenn die abgebildete Begehrlichkeit so kunstvoll inszeniert ist, dass ein Blick auf das Kuchen-Foto genügt, um den Insulinspiegel am Geschmackssinn vorbei in das Gehirn schießen lässt. Inszeniert heißt: in voller Leichtigkeit, von hellem bis weißem Hintergrund ist der perfekte Kuchen im Mittelpunkt des Bildes umgeben. Kleines Bild-Beiwerk sind bestenfalls Zutaten als farblich passendes Arrangement oder eine weiße oder pastellfarbene Kaffeetasse. Bestenfalls dominiert die Farbe Weiß das Gesamtbild. Sie wirkt bis in das Gehirn des Betrachters als Symbol der Unschuld. Selbst der Käse-Brownie-Kuchen mit kollabierendem Karamell-Guss obenauf, sieht dann wie die unschuldige Schwester eines Müsliriegels aus. Unser Gehirn verarbeitet nun mal Bilder bis zu 60.000 Mal schneller als ein Text, daher sind Bilder und visuelle Darstellung online unabdingbar und funktionieren insbesondere bei Blogbeiträgen wie eine Rakete. Gut eingebunden, ermöglichen sie zusätzlich eine bessere Platzierung im organischen Google-Ranking.

Kommen zur visuellen Darstellung des Objektes, in unserem Fall tatsächlich der Begierde, ein kleine einleitende Geschichte hinzu statt bloßem Rezept, dann hat der Blogger den Leser an der Angel. Geschichten vereinfachen es dem Gehirn Informationen aufzunehmen. Sie erzeugen Bilder und diese wecken Emotionen. Unser Gehirn verarbeitet Bilder bis zu 60.000 Mal schneller als Text, daher sind visuelle Darstellungen gerade online sehr wichtig. Es klingt einfach. Tatsächlich braucht die kunstvolle Inszenierung des Story-Objektes aber Zeit und Muse. Das Foto bedarf der richtigen Kameraeinstellung und Nachbearbeitungszeit. Zusätzlich muss das Rezept erprobt und ausgearbeitet werden. Nur mit Leidenschaft und Emotion springt der Funke zum Leser über. Aber wie entsteht Emotionalität, auch ohne Zuckerflash im Blut und persönlichem Bezug zum Produkt oder dem jeweiligen Protagonisten? Meist indem man die Metathemen einbezieht, die den Leser mit hoher Wahrscheinlichkeit berühren. Aus der Werbung kennt man das. Häufig werden die absurdesten Zusammenhänge hergestellt zu einem Produkt und den emotionalen Triggern namens Liebe, Tod, Abendteuer oder Tiere.

Zusätzlich ist es wichtig, die Spannung zu halten. Einen Spannungsbogen aufzubauen und wieder zu senken. Ein lähmendes Problem jeden Romanautors. Daher geben professionelle Geschichtenerzähler dem Leser Rätsel auf, als Kraftstoff, um die Spannungskurve zu halten. Unglaubwürdigkeit oder Werbesprache sind unbedingt zu vermeiden, um das Vertrauen des Lesers nicht zu verlieren.

Beim Storytelling für Unternehmensthemen braucht es bestenfalls einen Blick von außen, um Themen und vor allem Storys zu entdecken. Auch die Instrumente des Storytellings werden dann neu evaluiert und ruhende aber vorhandene Themen zum Leben erweckt.